Gut, besser, Cup of Excellence (Teil 1)

Vielleicht haben Sie diesen Ausdruck “Cup of Excellence” schon einmal in Verbindung mit Kaffee gehört oder gelesen? Doch was bedeutet das eigentlich - etwa eine besonders vorzügliche Tasse (Kaffee)?
In gewissem Sinne schon, denn es handelt sich um eine Güteauszeichnung für Kaffee, und zwar für den besten Rohkaffee eines einzelnen Anbaulandes im jeweiligen Erntejahr. Doch fangen wir besser von vorne an.
1999 wollten einige Kaffeekenner den Anbauländern von Spezialitätenkaffees, auch Brasilien, zu besseren Erzeugerpreisen verhelfen. Finanziert wurde dieses Projekt von der International Coffee Organisation (ICO), dem Internationalen Handelszentrum und den Vereinten Nationen. Um diese besonderen Kaffees auch Kaffeeliebhabern in anderen Ländern zugänglich zu machen, wurden Brasilien beste Verkoster eingeladen, verschiedene - bis dato unbekannte - brasilianische Kaffees zu probieren und zu bewerten. Die besten Kaffees, und damit auch ihre Produzenten, bekamen zum Abschluss eine Auszeichnung. Um diese besonderen Kaffees unters Volk zu bringen, schaltet sich Don Holly, Mitglied der Speciality Coffee Association of America (SCAA) ein, und verkaufte diese Kaffees über eine Internet-Auktion. Damit war im Prinzip die „Cup of Excellence“-Idee geboren.
Am Anfang waren alle Beteiligten - vor allem die Kaffeebauern - skeptisch, ob sich dieses Verkaufsförderungsprinzip durchsetzen würde.
Als die ICO erneut Fördergelder zur Verfügung stellte, meldeten sich im darauf folgenden Jahr 310 brasilianische Kaffeebauern mit ihren Kaffeemustern für den Wettbewerb an. In einem ersten Cupping verkosteten 14 Jurymitglieder drei Tage lang Kaffee in einer kleinen Universität in Lavras (Brasilien) und entdeckten dabei so manchen bemerkenswerten Kaffee. Obwohl die in der anschließenden Internet-Auktion erzielten Preise viel niedriger waren als heute, war die Aktion ein Riesenerfolg für alle Beteiligten, vor allem für die brasilianischen Kaffeebauern, denn mit der Auszeichnung ihrer Kaffee als „Cup of Excellence“-Kaffee erhielten sie nicht nur finanzielle Unterstützung, sondern auch die nötige Anerkennung für ihre harte Arbeit. 85 Prozent der Gelder, die bei der Auktion erzielt werden, fließen zurück zu den Produzenten.
2002 wurde die Non-Profit Organisation „Alliance for Coffee Excellence“ ins Leben gerufen. Seitdem sorgt ein internationales Gremium von Beratern für einen geordneten und reibungslosen Ablauf des Cup of Excellence Programms. 2003 startet die Organisation ihre eigene Webseite (cupofexcellence.org) und Auktionsplattform.
Begonnen hatte alles in Brasilien, nach und nach kamen andere mittel- und südamerikanische Erzeugerländer hinzu. Inzwischen nehmen neun Länder, acht mittel- und südamerikanische und ein afrikanisches, an diesem Programm teil.
Dass Cup of Excellence in Deutschland, auch unter Röstern, kaum bekannt ist, liegt sicher daran, dass der Erwerb der Bohnen nicht ganz einfach ist, und die Kaffees nicht eben billig sind. Der Verkaufspreis für 250 Gramm gerösteten Cup of Excellence Kaffee liegt daher bei neun bis zehn Euro. Eine Preiskategorie, in der Kaffee nicht gerade weggeht wie geschnitten Brot.
Würden Sie für einen „Cup of Excellence“-Kaffee diesen Preis bezahlen? Schreiben Sie uns, wenn ja - warum? Und wenn nein - warum nicht?


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