Gut, besser, Cup of Excellence (Teil 2)
Im ersten Teil waren die Hintergründe des Cup of Excellence Schwerpunkt des Blogbeitrages. Im zweiten Teil wollen wir hinter die Kulissen blicken und erklären, wie das Cup of Excellence-Prozedere abläuft.
Bisher nehmen neun Anbauländer, acht mittel- und südamerikanische und ein afrikanisches, an dem Programm teil. Der Organisation liegen Bewerbungen vieler weiterer Länder vor, doch ein Anbauland muss verschiedene Bedingungen erfüllen, um am Cup of Excellence teilnehmen zu können. Zuerst einmal muss der Wettbewerb für alle Kaffeebauern des Landes, egal ob groß oder klein, reich oder arm, zugänglich sein. Zweitens muss das Land über eine gute Infrastruktur verfügen, damit die ausgezeichneten Kaffees nach der Auktion auch zeitnah exportiert werden können. Vor allem aber muss das Land sicherstellen, dass die erzielten Auktionsgewinne auch wirklich bei den Kaffeefarmern ankommen.
Der eigentliche Wettbewerb läuft in drei Phasen ab.
Die erste Stufe ist die Vorselektion, das sogenannte Screening. Hier werden die eingereichten Kaffeemuster von einheimischen Experten nach durch visuelle Inspektion und Verkostung auf etwa 150 verbleibende Muster reduziert.
Im zweiten Schritt werden die Muster von einer nationalen Jury verkostet und nach einem vorgegebenen Punkteschema bewertet. Nur die Kaffees, die eine Punktzahl von etwa 84 Punkten erreichen, kommen in die nächste Phase, die Verkostung der Kaffees durch eine internationale Expertenjury.
Auch diese dritte Phase dauert mehrere Tage, denn am ersten Tag müssen sich die Kaffee-Experten aus aller Welt einer intensiven Kalibrierung unterziehen. Auch in den dann drei Verkostungstagen geht es nach dem Punkteprinzip weiter.
Nur die Kaffees, die jeweils mindestens 80 Punkte erreichen, sind eine Runde weiter. Die letzten Kaffees, die am dritten Verkostungstag übrig sind, in der Regel etwa 40, die eine Punktzahl von über 84 erreichen, werden mit dem „Cup of Excellence“ ausgezeichnet. Die zehn Kaffeemuster, die die höchsten Punktzahlen erhalten haben, werden ein letztes Mal verkostet, um die Rangfolge von 1-10 zu ermitteln. Damit gibt es dann auch einen Siegerkaffee.
Nachdem die ausgezeichneten Kaffees eines Landes für ein Erntejahr ermittelt sind, werden von den Kaffees vor der Internetauktion Rohkaffeeproben an interessierte Käufer und Röster in der ganzen Welt verschickt, damit sie die Kaffees vor dem Kauf probieren und selber bewerten können.
In der Internet-Auktion werden nicht Säcke, sondern immer das ganze Lot, d. h. die verfügbare Menge des Kaffees, an den Höchstbietenden verkauft. Diese Mengen können schwanken, je nachdem, wie viel der Kaffeebauer von diesen ausgezeichneten Bohnen produziert hat. Wer also nur einen oder zwei Säcke eines besonderen Kaffees haben möchte, sollte sich also mit anderen Röstern zusammentun, um die Menge (und die Kosten) zu teilen.
An der Internetauktion kann allerdings nicht jeder teilnehmen. Um auf die Kaffees bieten zu können, muss man Mitglied der „Alliance for Coffee Excellence“ sein. Eine einfach Mitgliedschaft kostet im Jahr 325 US$. Pro Kaffeemuster eines Landeswettbewerbs kommen noch einmal 100 US$ dazu. Es gibt auch eine Fördermitgliedschaft für 1.500 US$, die die Zusendung der Muster aller Länderwettbewerbe beinhaltet. Für die Auktionsteilnahme muss man sich vorab registrieren, nur dann kann man mitbieten.
Im Jahr 2009 haben nur vier Bieter aus Deutschland, ein Rohkaffeehändler und drei Röster, Cup of Excellence Kaffees ersteigert.


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